Chronik des FC Neibsheim

Um die Jahre 1930/31 gab es in Neibsheim schon eine stattliche Anzahl von sportbegeisterten Jugendlichen, die dem Fußballsport zugeneigt waren. Schon 1914existierte ein verhältnismäßig starker Sportverein, der Kraftsport betrieb und auch ein Sportgelände mit Halle besaß. Dieses Gelände war jedoch für den Fußballsport zu klein.

Im Jahre 1932 steigerte sich die Sportbegeisterung so sehr, dass man dem damaligem Bürgermeister Josef Kohler und seinem Gemeinderat keine Ruhe ließ, bis sich diese um die Zuweisung eines geeigneten Sportfeldes annahmen. Dieser Platz entstand bei der alten Athletenhalle an der Ortsausfahrt in Richtung Büchig beim Gänsegarten.

Der 1932 nach Neibsheim gekommene Pfarrer und geistlichen Rat Ambros Barth hatte sich der Jugend verschrieben und unterstützte das sportliche Bestreben enorm. Aus dieser Begeisterung und mit Unterstützung des Pfarrers und geistlichen Rates Ambros Barth wurde Ende 1932 die DJK gegründet.

Diese Vereinsgründung wurde auf dem ersten Fußballplatz von Neibsheim mit einem Gründungs- und Sportfest gefeiert. Der Höhepunkt dieses Festes war ein glanzvoller Festzug. Die DJK machte den Spielbetrieb innerhalb der DJK- Vereine, dessen Gruppe jedoch in der Zahl sehr schwach war.

Nach 1933 merkte man zusehends, dass die DJK- Vereinigungen nicht mehr in die damalige politische Landschaft passten. 1935 verbot das NS- Gleichschaltungsgesetz Vereinigungen wie die DJK und andere. Aus diesem Grund wurde dann der heutige FC Neibsheim gegründet. Josef Gerweck war damals 1. Vorstand. Ihm folgte Otto Westermann im Amt. Die Anfangsjahre waren schwere Zeiten für den Verein. 1939 kam der Kriegsausbruch und die meisten Aktiven mussten zum Wehrdienst. Somit war das Vereinsleben so gut wie lahm gelegt. Es gab jedoch noch einige Jugendspieler, die während der Kriegsjahre den Spielbetrieb weiterführten. In dieser Zeit führte Müllermeister Wilhelm Frank, der auch zu den Gründungsmitgliedern gehörte, Regie.

Echter Sportgeist half über die Verluste des Krieges hinweg. Die Zurückgekehrten ließen den Verein Anfang 1945 neu entstehen. 1.Vorstand wurde Heinrich Koch, der die Genehmigung der Militärregierung einholte und mit dem Spielbetrieb begann. Die ersten Spielgegner waren u. a. der VfB Bretten, Kürnbach, Oberderdingen, Maulbronn, Flehingen, Wöschbach, Jöhlingen und Knittlingen.

Die Anfahrt zu den Spielen erfolgte mit den Fahrrädern oder offenem Lkw. Besonders die Spiele in den Weinorten sind in besten Erinnerungen geblieben. Während der Amtszeit von Heinrich Ratzel musste sich der Verein um einen neuen Platz bemühen, da das bisherige Spielfeld den Vertriebenen als Gartengelände zur Verfügung gestellt werden musste. Zur Überbrückung wurde auf privatem Wiesengelände die Verbandsrunde durchgeführt. Später stellte die Gemeindeverwaltung dem Verein eine abgeholzte Fläche auf dem Hügel im Bannwald zur Verfügung, die unter dem Vorstand Otto Westermann durch freiwillige Arbeitsleistung von Mitgliedern zum ersten Waldsportplatz ausgebaut wurde. Otto Westermann hat sich dadurch große Verdienste um den Verein erworben.

Sein Amt übernahm 1950 Oberlehrer Josef Schwarz. Es gab einen spielerischen Aufschwung, denn Trainer Rudolf Ochs konnte die Mannschaft fast in die A-Klasse führen.

Mit Erich Strobel übernahm die junge Generation die Geschicke des FC. Untere seiner Führung wurde der finanzielle Grundstock für die vom Verein in den nächsten Jahren durchgeführten Plänen gelegt.

Den Ausbau des Zugangs zum Waldsportplatz hat der Verein Paul Kraut zu verdanken, der sich schon beim Bau des Waldsportplatzes große Verdienste erwarb.

Von 1956 bis 1958 führte Bernhard Bachmann den Verein.

In den folgenden vier Jahren war es Erhard Hauck.

Bei der 25- Jahr Feier 1960 wurden viele Mitglieder mit Ehrennadeln vom Vorstand Hauck und dem Kreisvorsitzenden Baumann ausgezeichnet. Aber trotz schöner Lage entsprach der Waldsportplatz bald nicht mehr den Anforderungen und noch zur Amtszeit von Vorstand Hauck wurde an eine Verlegung gedacht.

Dieses Vorhaben setzte der Nachfolger Josef Gerweck in die Tat um. 1962 wurde mit dem Bau der neuen Sportanlage begonnen. Mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung und einer amerikanischen Pioniereinheit wurde das Projekt verwirklicht.

Die Einweihungsfeierlichkeiten, die mit einer Sportwoche verbunden waren, wurde für den Verein ein großartiger Erfolg.

Für seine Verdienste um den Verein wurde Josef Gerweck bei der Generalversammlung1965 zum Ehrenvorstand ernannt.

Das neue Sportgelände verhalf auch zu einem spielerischen Aufschwung, denn durch die Verpflichtung des Trainers Rigobert Hoffmann stieg die Mannschaft 1966 in die A-Klasse auf.

1965 wurde Bertold Gerweck mit der Vereinsführung betraut.

Dem neuen Platz fehlte noch ein Clubhaus mit Umkleidemöglichkeiten. Architekt Köller aus Bruchsal erstellte den Plan und 1966 konnte mit dem Bau begonnen werden.

Nach zweijähriger Bauzeit wurde 1969 das Clubhaus seiner Bestimmungen übergeben. An der Einweihungsfeier des Clubhauses nahmen prominente Ehrengäste, u. a. Landrat Dr. Müller, oder MdL Landtagspräsident Dr. Gurk teil. Sie alle fanden lobende Worte für die mustergültige Sportstätte, die der FC nun besaß.

Für sein langjähriges verdienstvolles Wirken als 1. Vorstand ehrte die Mitgliederversammlung 1970 Bertold Gerweck zum Ehrenvorstand.

Höhen und Tiefen wechselten in den folgenden Jahren, in denen Bernhard Bachmann und Heinrich Frank den Verein leiteten. 1971 konnte die 1. Mannschaft erst nach zwei Entscheidungsspielen gegen Münzesheim den Erhalt in der A-Klasse sichern.

Als Wegbegleiter für die sich anbahnende Partnerschaft zwischen Neibsheim und Neuflize leisteten die beiden Fußballclubs wertvolle Arbeit. Im August 1971 reiste die Mannschaft des FC nach Neuflize und schuf mit der Teilnahme am Neuflizer Fußballturnier den Grundstein für weitere freundschaftliche Beziehungen.

Das Jahr 1972 war aus Sportlicher Sicht nicht erfreulich. Nach sechsjähriger Zugehörigkeit zur A-Klasse musste der Weg zurück in die B-Klasse angetreten werden.

Als der VfB Bretten 1973 wegen der Renovierung seines Rasenplatzes ein Ausweichdomizil suchte, stellte der FC Neibsheim seine Sportanlage dem VFB für seine Spiele zur Verfügung. Der Platz wurde eingezäunt und eine Stehtribüne geschaffen. Sportliche Höhenpunkte stellten die Heimspiele des VFB Bretten dar. So sahen 2500Zuschauer das Aufstiegsspiel gegen Lauda. Bei den Lokalkämpfen gegen Eppingen oder Pforzheim fand man in fast ganz Neibsheim wegen des großen Zuschauerstromes keinen Parkplatz mehr.

Noch eine Premiere erlebte das FC-Sportgelände 1973, der neu ins Leben gerufene Stadtpokal, ausgespielt zwischen den Brettener Stadtteilen und der Kernstadt, wurde in Neibsheim erstmal ausgetragen. Mit einer Sportwoche feierte man vom 21. bis 29. Juni 1975 das 40-jährige Vereinsjubiläum. In einer festlich umrahmten Veranstaltung konnte Vorstand Wilfried Baumann die Glückwünsche der zahlreichen Gäste entgegennehmen. Viele verdienstvolle Mitglieder wurden geehrt und die noch lebenden Gründungsmitglieder zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Ein Jahr später war der Verein zugunsten der „Aktion Sorgenkind“ tätig. In Gemeinschaft mit den Neibsheimer Vereinen wurde auf dem Sportgelände ein bunter Nachmittag mit Spiel und Spannung geboten.

Ein sportlicher Erfolg stellte sich endlich 1977 wieder ein. In einer spannenden Qualifikationsrunde gelang der Mannschaft unter Leitung von Trainer Rigobert Hoffmann der Wiederaufstieg in die A-Klasse. An der Aufstiegsfeier, zu der Vorstand Rainer Bachmann die mitwirkenden örtlichen Vereine begrüßte, nahm die sportbegeisterte Bevölkerung lebhaften Anteil.

Aufstieg A-Klasse 1977

Um bessere Trainingsmöglichkeiten zu schaffen, war es 1978 notwendig, zwei neue Flutlichtmasten zu installieren. Sie sollten die alte Anlage ergänzen. Trotz großer Eigenleistungen stellte diese Maßnahme auch eine beträchtliche finanzielle Belastung für den Verein dar.

Als Höhepunkt in der sportlichen Chronik des Vereins steht der Gewinn des Kreispokals im Jahre 1980. Die 1. Mannschaft des FCN war unter Leitung eines Spielertrainers Herrmann Renner bis ins Kreispokalfinale gegen den FC Kirrlach vorgedrungen. Was niemand für möglich hielt: der FCN schlug den FC Kirrlach mit 1:0 Toren. Der Kreispokal ging für ein Jahr nach Neibsheim.

Kreispokalsieger 1980

Dem sportlichen Hoch folgte bald wieder ein Tief. 1982 musste erneut der Weg in die B-Klasse angetreten werden. Erst ein Neuaufbau der Mannschaft, der hauptsächlich durch eigene Jugendspieler erfolgen sollte, durfte den Weg zu neuen Erfolgen ebnen.

Die Jugendabteilung des FCN war in den letzten Jahren sehr rege, davon zeugen etliche Meisterschaften in der Staffel Kraichgau. Mit der Gründung einer F-Jugend im Jahre 1983 hatten endlich auch die Jüngsten die Möglichkeit, ihrem geliebten runden Leder nachzujagen. Mir derselben Begeisterung sind die Neibsheimer Vereine seit 1982 beim alle 2 Jahre stattfindenden Ortsturnier dabei. Ortsvorsteher Frank hatte hierfür einen Wanderpokal gestiftet.

In der Zeit vom 31.05.85 bis 09.06.85 feierte der Verein unter seinem damaligen 1. Vorsitzenden Rainer Bachmann sein 50-jähriges Vereinsjubiläum. Das Fest begann mit einem Bankett unter Beteiligung der örtlichen Vereine, sowie der Partnergemeinde Neuflize und setzte sich mit dem Stadtpokal und Einlagenspielen der AH und den Jugendmannschaften fort.

Zuvor wurden im Jahr 1984 mit der Damengymnastik- und der Kinderturngruppe zwei weitere Abteilungen des FCN ins Leben gerufen, die nun einer breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit boten, sich aktiv am Sport zu beteiligen.

Sportlich ging es mit unserer Mannschaft ebenfalls aufwärts. Nachdem einige Jugendspieler in den Kreis der 1. Mannschaft integriert wurden, schaffte man 1986 den Aufstieg in die A-Klasse.

Aufstieg A-Klasse

In dieser Zeit wurde ebenfalls eine neue Partnerschaft mit der ungarischen Gemeinde Nemesnadudvar gegründet, mit der 1988 das 10-jährige Jubiläum gefeiert wurde.

Aber auch andere Ziele mussten in dieser Zeit verwirklicht werden. So wurde in den Jahren 1988 bis 1990 unter dem Vorsitz von Kurt Dulkies das inzwischen 20 Jahre alte Clubhaus renoviert, sowie eine Garage zur Unterbringung der Geräte gebaut. Ebenfalls wurde die Flutlichtanlage weiter verbessert. Die Durchführungen dieser Arbeiten waren für den Verein ein schwerer Entschluss, da sie sehr kostspielig waren und nur mit Mühe umgesetzt werden konnten.

Ebenso ist es der Weitsichtigkeit des späteren 1. Vorsitzenden Lothar Rinderspacher, der den Verein von 1995 bis 1998 führte, zu verdanken, dass ein langer Wunsch des Vereins erfüllt wurde. Unter seiner Regie, sowie seinem „Vize“ Hans D. Weingärtner begann man 1996 mit dem Bau des Trainingsplatzes, der im Herbst 1997 erstmals benutzt werden konnte.

Gleichzeitig wurden auch auf beiden Plätzen Beregnungsanlagen eingebaut und die Einfahrt zum Sportgelände neu gestaltet.

Nach Beendigung all dieser Arbeiten, die nur mit viel Eigenleistung bewältigt werden konnten, verfügt der Verein über eine Sportanlage, die zusammen mit dem Clubhaus über die Grenzen des Sportkreises Bruchsal hinaus bekannt und beliebt ist.

Zum Dank an das geleistete, ernannte die Vorstandschaft Lothar Rinderspacher 1998 zum Ehrenvorstand.

Ein sportlicher Höhepunkt im Vereinsleben war unter Trainer Josef Krizaj 1990 der Aufstieg in die neu gegründete Bezirksliga Bruchsal. Dort konnte man sich in den vergangenen Jahren fest etablieren und mit 3 dritten Tabellenplätzen großartige Erfolge feiern.

Aufstieg Bezirksliga 1990

1995 beging der Verein sein 60-jähriges Jubiläum, in dem neben einer Bilderausstellung vergangener Jahre auch verdiente Mitglieder geehrt wurden. Die Feierlichkeiten fanden unter großer Teilnahme der Neibsheimer Bevölkerung in der Talbachhalle statt.

Zu den kulturellen Höhepunkten des Vereins zählen sicherlich auch die Winterfeiern, die im 2-Jahresrhytmus durchgeführt werden. Aus diesen Veranstaltungen bildete sich in der zurückliegenden Zeit eine Gruppe, die sich mit Theaterspielen und Vorführungen hauptsächlich aus Musicals ein sehr hohes Niveau erarbeitet hat. Auch beim 25-jährigen Partnerschaftsjubiläum mit der Gemeinde Neuflize trugen sie mit ihren Beiträgen zum Gelingen der Festveranstaltung wesentlich bei.

Der Verein, der seit 1998 unter der Führung von Hartmut Zieger war, hatte Mitte 2000einen Bestand von 433 Mitgliedern. Eine Alt-Herren sowie 2 Seniorenmannschaften bilden den Spielbetrieb. Die Jugendabteilung ist mit ihren 6 Mannschaften, die zum Teil in Spielgemeinschaften integriert sind, ein wesentlicher Bestandteil des Vereins. Insgesamt sind beim FC Neibsheim zurzeit 60 Jugendliche in verschiedenen Mannschaften spielberechtigt. Auch kann sich die sportbegeisterte Bevölkerung in der Damengymnastikgruppe, in der Kinderturngruppe sowie in der 1996 neu gegründeten Volleyballabteilung betätigen. Die vergangenen beiden Jahre standen ganz im Zeichen der Konsolidierung, jedoch beabsichtigt die Vorstandschaft in Kürze den Eingangsbereich zum Clubhaus durch einen Anbau neu zu gestalten.

Nach der Beendigung dieser Arbeit hat der Fußballclub in den letzten 20 Jahren sehr große Ziele verwirklicht, die der heutigen Jugend für die Zukunft eine gute Perspektive bieten kann. Mögen sie das Erschaffene zu ihrem Wohle pflegen und erhalten.

Von 2001 bis 2006 führte Thomas Siepen die Geschicke des FCN. Zu Beginn seiner Amtszeit wurde beschlossen, den Eingangsbereich zum Clubhaus durch einen Anbau zu erweitern und die nicht mehr zeitgemäße Toilettenanlage zu erneuern. Die finanziell und zeitlich intensiven Arbeiten begannen im Frühjahr 2002 und wurden mit einem Festgottesdienst auf dem Sportplatz sowie einem Sportfest am 13.06.2004 unter großer Anteilnahme der Neibsheimer und Neuflizer Bevölkerung eingeweiht. Somit verfügte der Verein nun über einen neuen Eingangsbereich mit Toilettenanlage, ein großes Geschäftszimmer sowie im Untergeschoß Schiedsrichterräume, einen Jugendraum sowie eine neue Küche mit Lagerräumen. Dieser Bereich stellt für den Festbetrieb eine große Entlastung dar. Ebenso wurde eine neue Heizung installiert. Auch eine neue Sportplatzumrandung wurde in Eigenregie in Angriff genommen. Pünktlich zum Schlagerspiel des Karlsruher SC mit Bruno Labbadia gegen den SV Sandhausen am 12. Juli 2002 war die Metallbarriere fertig gestellt. Die Partie im Rahmen des Sportfestes vor über 1.100 Zuschauern endete 1:1. Auch in den Folgejahren wurde den Gästen auf unseren Sportfesten immer Großes geboten. So wurde z. B. am 25.03.2003 ein „Kuhfladenroulett“ auf dem Trainingsplatz sowie am 10.06.2005 ein Benefizspiel der „KSC-Allstars“ gegen die „Jako“-Bundesligaauswahl mit ehemaligen Welt- und Europameistern durchgeführt. Beide Events lockten große Zuschauermassen an. Sportlich machte unsere 1. Mannschaft in den Spieljahren 2001 bis 2004 nicht mehr den souveränen Eindruck wie zuvor. Trotz einiger Trainerwechsel stieg man 2004 nach 14jähriger Bezirksliga-Zugehörigkeit in die Kreisklasse A ab. Aber unsere Mannschaften im Jugendbereich und beim Volleyball machten immer wieder durch große Erfolge auf sich aufmerksam.

Auf Beschluss der Ortsvereine fand ab 2003 kein Dorffest mehr statt. Somit brach eine wichtige Einnahmequelle für den FCN weg. Zwar gab es noch im selben Jahr unter Teilnahme der Vereine ein Rathausfest (das Rathaus wurde 100 Jahre alt), jedoch konnten die Erlöse aus dem Dorffest nicht mehr erreicht werden, was den finanziellen Rahmen des Vereins auch im Hinblick auf künftige Baumaßnahmen einschränkt. Einzig Sportfest und Kerwetanz bleiben als zuverlässige Einnahmequellen erhalten.

Am 29.01.2005 veranstaltete die Jugendabteilung eine Typisierungsaktion zugunsten einer an Leukämie erkrankten Neibsheimer Einwohnerin. Auf dem Spendenkonto wurden weit über 50.000 € erwirtschaftet und mehrere Hundert Personen stellten sich für die Stammzellenbestimmung in der Talbachhalle zur Verfügung.

Nach dem Abstieg erhoffte sich die Vereinsführung eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte, was jedoch nicht gelang. Um den Absturz zu verhindern, wurde der Neibsheimer Peter Vogel als Trainer verpflichtet. In der Zeit von Oktober 2004 bis Mai 2007 stabilisierte er die Mannschaft und es wurde immer um den Aufstieg in die Kreisliga mitgespielt. Ebenfalls erreichte die Elf unter seiner Regie 2006 das Kreispokalendspiel. Und wie schon 26 Jahre zuvor hieß der Gegner erneut FC Kirrlach. Das Endspiel wurde am 24.04.2006 in Karlsdorf ausgetragen, wohin Hunderte FC-Fans mit Bussen angereist waren. Das spannende Spiel endete nach Verlängerung 1:1 und wurde im Elfmeterschiessen entschieden. Hier gewann der Landesliga-Aufsteiger Kirrlach mit 6:5 Toren.

Vizekreispokalsieger 2006

Ab Mai 2006 stand der Verein unter der Führung von Rolf Wittmann und dem 2. Vorsitzenden Georg Haag. Was sich schon im Vorjahr wegen eindringendem Regenwasser andeutete, nämlich eine Sanierung des Clubhausdaches, wurde im November 2006 begonnen. Gleichzeitig wurde eine Fotovoltaik-Anlage installiert und ab Dezember 2006 in Betrieb genommen. Der 2. Vorsitzende entwarf auch einen neuen Zeltanbau, weil das bestehende Festzelt durch ständiges Auf- und Abbauen sehr in Mitleidenschaft gezogen war. Plane und hölzerne Tragekonstruktion waren in einem schlechten Zustand. Eine weitere Baustelle eröffnete man in den Umkleidekabinen und deren Sanitäranlagen. Während der Renovierungsarbeiten, die im März 2007 begannen, wurden immer größere Schäden festgestellt, so dass die Räume auf Rohbauniveau ausgeräumt werden mussten. Dies bedeutete nicht nur ein Mehr an Arbeitsstunden, sondern auch eine größere finanzielle Belastung, die nur mit Mühe zu bewältigen war. Neu installiert wurde in diesem Rahmen auch eine moderne Lüftungsanlage in den Kabinen. Die Arbeiten konnten nur mit großem personellem Aufwand und durch viele Eigenleistungen realisiert werden und der gelungene Umbau wurde mit einem Fest am 25.04.2008 eingeweiht. Damit der Spiel- und Trainingsbetrieb in dieser Zeit aufrechterhalten werden konnte, mussten alle Mannschaften in den sanitären Bereich der Talbachhalle ausweichen. Somit hat der Verein inzwischen komplett renovierte Umkleideräume und Sanitäranlagen auf dem neusten technischen Stand.

Ab 2006 wurden unter der Leitung des 2. Vorsitzenden Georg Haag (2006 bis 2015) zahlreiche Baustellen auf dem Sportgelände eröffnet und enorme Finanzmittel in die Modernisierung der Vereinsanlage investiert. Dies gelang nur durch die unentgeltliche Mitarbeit der FC-Mitglieder in etlichen Arbeitseinsätzen. Hinzu kamen Fördermittel von Stadt, Land und Badischem Fußballverband. Der 1. Vorsitzende Rolf Wittmann (2006 bis 2010) freute sich über sichtbare Fortschritte, die das Talbachstadion zu einem Schmuckstück machten.

Beim Sportfest am 04.05.2008 spielte unsere 1. Mannschaft, die seit Juli 2007 von Marcus Wörner trainiert wurde, gegen den FV Ubstadt und festigte mit einem 4:2-Sieg den ersten Tabellenplatz. Nicht nur diesen Sieg, sondern die gesamte Spielrunde absolvierte das Team auf einem sehr hohen Niveau, was zum ersten Mail in der Vereinsgeschichte mit einem souverän erspielten Meistertitel endete. Die Mannschaft stieg mit 10 Punkten Vorsprung in die Kreisliga auf und war in der Rückrunde mit 11 Siegen in Folge die erfolgreichste Meistermannschaft im Kreis Bruchsal. Bereits zum drittletzten Spiel dieser Meisterschaft fuhr unsere Mannschaft in einem festlich geschmückten Wagen mit dem Traktor nach Untergrombach. Ebenfalls mit diesem Gespann fuhr man beim letzten Verbandsspiel nach Gondelsheim und wurde bei der Rückkehr nach Neibsheim ab dem Ortseingang mit einem Umzug unter Beteiligung des Neibsheimer Musikvereins durch die blau-weiß geschmückte Talbachstraße festlich zum Clubhaus geleitet. An der Straße standen die Jugendmannschaften sowie zahlreiche Neibsheimer Spalier und jubelten dem Umzug begeistert zu. Dieses sportlich erfolgreichste Jahr in unserem Verein wurde zusammen mit der Fußballbegeisterten Bevölkerung in mehreren Veranstaltungen gebührend gefeiert.

Sowohl Vereinsführung als auch der Anhang war sich darüber im Klaren, dass der Kader sich weiter entwickeln musste, um in der Bezirksliga zu bestehen. Nach der Winterpause belegte man einen hervorragenden 9. Tabellenplatz. Und am 27.12.2008 konnte man den alljährlichen Brettener Hallenstadtpokal im Endspiel gegen Rinklingen gewinnen.  Auch die 2. Mannschaft stand auf Platz 2 in ihrer Tabelle. Letztlich wurde das Aufstiegsjahr durch eine sehr erfolgreiche Jugendarbeit abgerundet, denn hier wurden ebenfalls vordere Platzierungen erreicht. Am 10.01.2009 fand in der Talbachhalle die große Winterfeier des Vereins statt. Und genau diese Jugendteams waren mit ihren Beiträgen und Auftritten ein wesentlicher Bestandteil des Programms. Neben verdienten Spielern wurde auch die Meistermannschaft geehrt und zahlreiche Mitglieder zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Ende Januar 2009 standen erneut Bauarbeiten am Clubhausgebäude an. Die frühere Toilettenanlage wurde zurückgebaut. An ihrer Stelle entstanden moderne Kühl- und Lagerräume für den Küchenbereich der Gaststätte.

Auch überregional bedeutende Spiele wurden im Talbachstadion ausgetragen. Im Juni 2009 trafen im Relegationsspiel zum Landesligaaufstieg der 1. FC Ersingen und der VfR Kronau vor ca. 900 Zuschauern aufeinander und der FC Neibsheim war bestens vorbereiteter Gastgeber. Am 10. Juli traf der FCN bei der gemeinsamen Saisoneröffnung von FC und KSC 2 auf das Regionalligateam des Karlsruher Sportclubs, die Gäste siegten mit 9:0. Für die finanzielle Situation des Vereins von Vorteil war die im Oktober 2009 erfolgte Gründung des „FC Neibsheim Förder & Marketing e. V.“

Das Jahr 2010 stand ganz im Zeichen des 75jährigen Vereinsjubiläums. Einbau einer neuen Küche samt Renovierung des Küchen- und Lagerbereiches im Januar, der Jubiläums-Festakt im Februar, die Neueröffnung der Clubhausgaststätte durch die Pächterfamilie Herbinger im März und die Jugend-Kreispokalendspiele im April standen auf dem umfangreichen Jahresprogramm. Anfang Juni kamen über 1.000 Fußballfans zum Benefizspiel der KSC-Allstars gegen die Schauspieler aus dem Kinohit „Das Wunder von Bern“ und Ende Juni erlebte erneut eine große Zuschauerkulisse die Halbfinalspiele um die Süddeutsche C-Jugend-Meisterschaft. Im Juli fand im Rahmen des Sportfestes das Turnier um den Brettener Stadtpokal statt und ein originelles „Kuhfladenroulette“ begeisterte Hunderte. Zum Ende des Jubiläumsreigens waren wir im Dezember Gastgeber des Hallenstadtpokals und krönten das Festjahr mit dem Turniersieg.

2011 wickelte der FC nach einem arbeitsreichen Festjahr in „ruhigeren Gewässern“ ab. Das badische Pokalfinale der A-Junioren im Juni fand vor einer großen Kulisse statt und auch die Saisoneröffnung im Juli, bei der erneut gegen den KSC 2 gespielt wurde, fand großes Interesse bei den Fußballfans. Im September war das DFB-Mobil bei der FC-Jugend zu Gast. Die 1. Mannschaft musste aus der Kreisliga absteigen und startet mit Trainer Peter Vogel einen Neuanfang..

Viele gelungene Veranstaltungen auch von 2012 bis 2014 sorgten für Interesse und beste Unterhaltung des Publikums. Beispielsweise die im 2-Jahres-Rhythmus durchgeführte Winterfeier im Januar, eine Mallorca-Party in der Talbachhalle und mehrere Relegationsspiele um den Landesligaaufstieg wurden bewältigt. Die Jugendabteilung erfuhr für ihre sehr gute Arbeit eine hochwertige Auszeichnung durch die „Egidius-Braun-Stiftung“ des Deutschen Fußballbundes. Ein Ausflug nach Gelsenkirchen mit Stadion-Besichtigung bei Schalke 04 und Monate später ein Spiel im Talbachstadion gegen die Traditionself des FC Schalke 04 sowie Stadionbesuche bei Spielen des KSC und der TSG Hoffenheim sorgten für Abwechslung.

Nachdem der Clubhauswirt überraschend kündigte, entschloss man sich zu einer grundlegenden Renovierung der Gaststätte, die im März 2014 begann und mit der Neueröffnung durch Frau Karin Fink am 01. Mai 2015 in topmodernen und im Fußballkreis herausragenden Räumlichkeiten gefeiert wurde. Inzwischen verfügt der FCN auch über eine erfolgreiche Mädchenfußball-Abteilung, aus der im Jahr 2016 erstmals in der Vereinsgeschichte eine Damenmannschaft hervorging. Als prominenten Gast konnte man im Februar 2016 den DFB-Vizepräsidenten Ronny Zimmermann im Clubhaus begrüßen; bei einer Diskussionsrunde mit der Führungscrew des Fußballkreises tauschte sich der Funktionär mit  Vorstandschaft und Helfern des FC Neibsheim, darunter auch KSC-Teammanager und FCN-Mitglied Burkhard Reich, aus.

Für die Zukunft liegt das Augenmerk des Fußballclubs auf der regen Jugendabteilung. Die Sportanlage soll möglichst auf dem modernsten Stand bleiben und immer wieder technisch erneuert werden. Zuletzt wurde das Videosystem „Coaching Eye“ installiert, welches zur Spielbeobachtung und Trainingssteuerung wertvolle Dienste leistet. Rund um das Trainingsgelände wurde ein neuer Ballzaun erstellt. In fruchtbarer Zusammenarbeit mit dem Förderverein konnten so in den vergangenen Jahren mehrere Hunderttausend Euro rund um das Talbachstadion investiert werden, um dem Nachwuchs und den Aktiven beste Möglichkeiten zu bieten.

Stand Juli 2017      Thomas Klein/Werner Martin